Gone Girl – Das perfekte Opfer ist ein US-amerikanisches Krimidrama von David Fincher aus dem Jahr 2014, das auf dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn basiert, von der auch das Drehbuch stammt. Nach Aussage der Autorin stimmt der Plot nicht vollständig mit der Handlung des Romans überein. Der Kinostart in Deutschland war am 2. Oktober 2014. Der Film wurde in Los Angeles und Cape Girardeau, Missouri gedreht.

Handlung

Nick und Amy Dunne scheinen nach außen hin eine perfekte Ehe zu führen. Amy besitzt mehrere Auszeichnungen von Elite-Universitäten; sie wurde von ihren Psychotherapeuten-Eltern als Wunderkind und Kinderbuchfigur „Amazing Amy“ vermarktet und ist daher in der Öffentlichkeit bis ins Detail bekannt und beliebt. Als anfangs erfolgreiche Journalisten in New York wurden Nick und Amy durch die Krise der Printmedien jedoch arbeitslos und zogen in Nicks Heimat, die Kleinstadt North Carthage in Missouri, um Nicks Zwillingsschwester Margo bei der Pflege ihrer krebskranken Mutter zu helfen. Nach deren Tod betreibt Nick mit Margo eine kleine Bar in der Stadt, Amy ist nun eine kinderlose Hausfrau.

Am fünften Hochzeitstag verschwindet Amy spurlos. Als die Polizei unter Detective Rhonda Boney zu ermitteln beginnt, sieht es zunächst nach einer Entführung aus und sowohl Nick als auch Amys Eltern rufen zur Suche nach Amy auf. Während der Ermittlung gerät jedoch zunehmend Nick unter Verdacht, der sich durch das Bekanntwerden seiner Affäre mit einer Studentin und den Fund von Amys Tagebuch erhärtet. Zusätzlich litt das Ehepaar offenbar unter enormen Schulden und sowohl die Polizei als auch die Medien gehen von einem Mord an Amy, verübt durch Nick, aus. Die Fernsehmoderatorin Ellen Abbott schürt eine aggressive Hetzkampagne gegen Nick.

Währenddessen findet Nick jedoch heraus, dass Amy ihren eigenen Mord Punkt für Punkt vorgetäuscht hat, um Nick als Mörder dastehen zu lassen, da sie wegen seiner Affäre und der langsam zerbrechenden Ehe enorm wütend auf ihn war. Die psychopathisch veranlagte Frau schrieb falsche Tagebucheinträge über die angeblich gewalttätige Veranlagung ihres Mannes, inszenierte eine Erhöhung ihrer Lebensversicherung und überzog die Kreditkarte mit seinem Namen. Margo nimmt gemeinsam mit Nick und dem Staranwalt Tanner Bolt den Kampf gegen Amys Täuschungen auf und unterstützt ihn, wo sie kann, um ihn vor dem drohenden Todesurteil als Mörder zu bewahren.

Amy ist in einem heimlich gekauften Auto unterwegs. Sie plant zunächst sich zu ertränken, entscheidet sich dann aber, ein neues Leben zu beginnen. In einem Motel wird ihr von einem jungen Paar, das sich mit ihr angefreundet hat, das gesamte Geld, das sie in bar mit sich trug, geraubt, und ihr bleibt keine andere Wahl, als ihren früheren Freund und ehemaligen Stalker Desi Collings um Hilfe zu bitten. Dieser bringt sie daraufhin in sein luxuriöses Seehaus und versucht, sich ihr wieder anzunähern. Derweil überzeugt Nick Dunne die Öffentlichkeit in einem Fernsehinterview von seiner Unschuld, indem er Liebe zu Amy heuchelt und betont, man müsse Amy finden. Von Nicks Liebesschwüren im TV beeindruckt, aber auch, um dem besitzergreifenden Desi zu entkommen, der ihr im Seehaus keine Freiheiten lässt und sie einsperrt, sobald er das Haus verlässt, ermordet Amy Desi und kommt zu ihrem Mann zurück. Sie fügt sich falsche Spuren von Vergewaltigung und Fesselung zu, hängt die „Entführung“ Desi an und beteuert, in Notwehr gehandelt zu haben. Als Amy sich dann auch noch mit dem eingefrorenen Sperma Nicks schwängert, sieht er keine andere Möglichkeit mehr, als den Schein der glücklichen Ehe wieder aufrechtzuerhalten.

Besetzung

Rolle Schauspieler Synchronsprecher
Nick Dunne Ben Affleck Peter Flechtner
Amy Dunne Rosamund Pike Ranja Bonalana
Desi Collings Neil Patrick Harris Philipp Moog
Margo Dunne Carrie Coon Katrin Zimmermann
Tanner Bolt Tyler Perry Leon Boden
Detective Rhonda Boney Kim Dickens Elisabeth Günther
Officer James Gilpin Patrick Fugit Tim Knauer
Ellen Abbott Missi Pyle Ghadah Al-Akel
Marybeth Elliott Lisa Banes Karin Buchholz
Rand Elliot David Clennon Rüdiger Joswig
Sharon Schieber Sela Ward Traudel Haas
Andie Fitzgerald Emily Ratajkowski Sarah Alles
Donnelly Jamie McShane Romanus Fuhrmann
Greta Lola Kirke Kristina Tietz
Jason Ricky Wood Karlo Hackenberger
Jeff Boyd Holbrook Matthias Weidenhöfer
Shawna Kelly Kathleen Rose Perkins Katrin Fröhlich
Tommy O'Hara Scoot McNairy Robert Glatzeder
Doktor Cooper Thornton Stefan Staudinger
FBI Agent Mark Atteberry Frank Muth
Noelle Hawthorne [[Casey Wilson]]

Hintergrund

Kurz nach dem Erscheinen der Romanvorlage im Jahr 2012 wurde bekannt, dass Reese Witherspoon mit ihrer Firma Pacific Standard den Film produzieren würde. Der Roman der bis dahin wenig bekannten Autorin Gillian Flynn entwickelte sich schnell zu einem Überraschungserfolg. Reese Witherspoon war gemeinsam mit zahlreichen Kolleginnen wie Natalie Portman, Charlize Theron und Emily Blunt im Gespräch, die Hauptrolle der Amy Dunne zu übernehmen. Schließlich entschied man sich jedoch für Rosamund Pike. Die Dreharbeiten begannen am 11. September 2013 in Cape Girardeau (Missouri).

In den USA spielte der Film am Startwochenende 38 Millionen US-Dollar ein. Bis Mitte Februar 2015 lagen die Einnahmen bei knapp 368 Millionen US-Dollar, wovon 167 Millionen aus den USA kommen. In Deutschland sahen 215.000 Kinobesucher den Film am Startwochenende.

Ben Afflecks Gewicht schwankt im Film enorm, weil sich die Dreharbeiten mit denen von "Batman vs. Superman" überschnitten und Affleck für die Rolle des dunklen Ritters einiges an Muskelmasse zunehmen musste.

Kritik

Gone Girl – Das perfekte Opfer wurde überwiegend positiv aufgenommen. In der Internet Movie Database erhielt der Film 8,3 von 10 möglichen Sternen.

David Steinitz von der Süddeutschen Zeitung resümiert: „[Fincher] macht aus seinem Thriller einen fiesen Horrortrip über die Untiefen einer modernen Paarbeziehung, in der es gar nicht mehr um Schuldzuweisungen geht, sondern darum, wer im Alltag der tüchtigere Soziopath ist.“ Der Film sei ein „brillanter Thriller“.

Kino.de sieht es ähnlich: „David Fincher […] zeigt sich wieder als Meister seines Fachs: Wenige können so packend inszenieren, dass man vor Spannung alles um sich herum vergisst.“ Dazu würden auch die „grandiosen schauspielerischen Leistungen […] Ben Afflecks und Rosamunde Pikes“ beitragen.

Empire-Redakteur Ian Freer urteilt: „Stylish, gewagt und voller Wendungen ist ‚Gone Girl‘ ein Date Movie à la David Fincher: Düster, smart und gefährlich. Auch wenn das Finale nicht liefert, was vorher versprochen wurde, kann einem von den Twists, Überraschungen und der konsequenten Darstellung moralischer Verdorbenheit schwindlig werden.“ Er vergibt 4 von 5 möglichen Sternen.

Die Zeit lobt in ihrer Rezension vor allem die darstellerischen Fähigkeiten Ben Afflecks, der in seiner Rolle als untreuer Ehemann, Mordverdächtiger und schließlich Opfers eines hysterischen Medienmobs „der ganz große Wurf“ in der Besetzung sei. Die „bräsige, leicht unterbelichtete, amerikanische Mittelmäßigkeit“, die er zum Ausdruck bringe, sei „nie [...] faszinierender zu begutachten“ gewesen. Ebenso wird die gelungene luxuriöse Inszenierung David Finchers herausgestellt, der die Gebrauchsprosa der Buchvorlage mit „sich wohldosiert verausgabenden Darstellern“ veredele, die „ihre Charaktere [...] gerade seriös genug verkörpern, um deren Selbstdemontage nicht zu augenscheinlich zu forcieren“.

Ähnlich hebt der Spiegel in seiner Filmbesprechung die Regieleistung Finchers hervor, der mit seinem Film „großes Kino“ schaffe, in dem „Ironie und Grausamkeit, Zärtlichkeit und Terror brilliant ins Verhältnis“ gesetzt würden, wie man „es so noch nicht im Kino gesehen“ habe. Affleck bleibe in seiner Darstellung zwar das „Abziehbild eines Bier trinkenden Testosteronmännchens“, lasse jedoch eben auf diese Weise Raum für das Spiel von Rosamund Pike, die jede Tonlage „zwischen tragisch verzagter Hipsterin und fröhlich aggressiver Manipulatorin“ perfekt beherrsche.

Die Welt sieht in ihrer Kritik in Finchers dramaturgisch verschlankter Verfilmung der Romanvorlage „eine Reise direkt ins Herz der Finsternis menschlichen Zusammenlebens“, die sich auf den Spuren von Hitchcocks „Verdacht“ bewege. Fincher zerlege die Ehe mit klinischer Präzision und balanciere „auf dem schmalen Grat zwischen Glück und Elend“; der schöne Schein, der nach außen aufrechterhalten wird, werde mit „absurder Konsequenz“ aufgezeigt. Mit zynischer Klarsicht zeige Fincher, dass man „nie die ganze Wahrheit“ über seinen Lebensgefährten, dem man vermeintlich alles anvertrauen kann, wissen wird und auch „besser gar nicht wissen sollte“. Fincher habe so einen Film geschaffen, den auch Alfred Hitchcock und Ingmar Bergman gemeinsam gedreht haben könnten. Kritisiert wird allerdings die Behandlung des Romansujets, die „über weite Strecken unklar“ bleibe, da Gone Girl sich mehrere Male verwandele, „von einem Mordthriller in eine Rachefantasie und schließlich zum Grand-Guignol-Kasperletheater“.

Auszeichnungen und Nominierungen

Academy Awards 2015

Kategorie Person Ergebnis
Beste Hauptdarstellerin Rosamund Pike Nominierung

Golden Globe Awards 2015

Kategorie Person Ergebnis
Beste Regie David Fincher Nominierung
Beste Hauptdarstellerin - Drama Rosamund Pike Nominierung
Bestes Filmdrehbuch Gillian Flynn Nominierung
Beste Filmmusik Trent Reznor & Atticus Ross Nominierung

Screen Actors Guild Awards 2015

Kategorie Person Ergebnis
Beste Hauptdarstellerin Rosamund Pike Nominierung

Satellite Awards 2015

Kategorie Person Ergebnis
Bester Film - Nominierung
Beste Regie David Fincher Nominierung
Beste Hauptdarstellerin Rosamund Pike Nominierung
Gillian Flynn Bestes adaptiertes Drehbuch Nominierung
Beste Kamera Jeff Cronenweth Nominierung
Beste Filmmusik Trent Reznor & Atticus Ross Nominierung
Bester Ton Ren Klyce & Steve Cantamessa Nominierung

Trailer

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