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Die Frau in Gold ist ein US-amerikanisch-britisches Filmdrama von Simon Curtis mit Helen Mirren in der Hauptrolle. Der Film wurde unter anderem in Wien, Los Angeles, Beverly Hills und London gedreht. Er hatte seine Premiere am 9. Februar 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2015. Im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten lief der Film am 10. April 2015 an. Der deutsche Kinostart war am 4. Juni 2015.

Handlung

Der Spielfilm erzählt mit einigen dramaturgischen Freiheiten gegenüber den tatsächlichen Geschehnissen die Geschichte um die 2006 nach acht Jahren juristischen Kampfs erfolgte Rückgabe einiger Gemälde, vor allem des 1907 von Gustav Klimt gemalten Portraits Adele Bloch-Bauer, später als „goldene Adele“ bezeichnet, an ihre Nichte Maria Altmann, eine Erbin des Wiener Industriellen Ferdinand Bloch-Bauer, der das Porträt seiner Frau in Auftrag gegeben und bezahlt hatte, und ihre Miterben.

Abweichungen von der Realität

Der Film weist, wie Kritiker in Österreich festhielten, einige Abweichungen von der Realität auf:

  • Denn gewiss war es nicht Maria Altmanns Rechtsanwalt und Enkel des Komponisten Arnold Schönberg, der die Causa ins Rollen brachte, schrieb Olga Kronsteiner im Wiener Standard. Ein Eindruck, der entsteht, eben weil Faktentreue in bestimmten Sequenzen fehlt. Sie tritt zugunsten des Darstellers in den Hintergrund, der beim Publikum dafür Sympathiepunkte sammeln darf. Hubertus Czernin habe vielmehr die Erben informiert und Dokumente recherchiert.[4]
  • Zu Czernin, der den nationalsozialistischen Kunstraub so penibel wie kein anderer Journalist in Österreich bearbeitet, den Restitutionsfall Bloch-Bauer ins Rollen gebracht und das Testament von Adele Bloch-Bauer gefunden habe, behauptet der Film, die NSDAP-Mitgliedschaft seines Vaters sei Initialzündung für seine Recherchen gewesen. Tatsächlich habe Czernin aber, wie Stefan Grissemann im Nachrichtenmagazin profil richtigstellt, erst 2006 von dieser Mitgliedschaft erfahren, also lang nach seinen Recherchen zum Kunstraub. Außerdem sei Vater Czernin vom NS-Regime letztlich wegen Hochverrats angeklagt worden.
  • In der Wiener Tageszeitung Kurier wurde von Thomas Trenkler moniert, der Film biete einen verfälschten Blick auf eine „wahre Geschichte“. Die Restitionsgeschichte werde sehr tendenziös nacherzählt. Im Film werde behauptet, die Protagonisten hätten eine drohende Einreichfrist zu beachten gehabt; es gebe eine solche Frist in Österreich aber nicht. Czernin sei zurückhaltend gewesen, werde aber im Film als aufdringlich dargestellt. Die Vorgeschichte – und damit Czernins Leistungen – werden völlig verschwiegen. Zu Maria Altmann hielt Trenkler fest: Am schlimmsten ist wohl die Rückblende ins Jahr 1938, als sie ihren kranken Vater in Wien zurücklässt. In Wirklichkeit blieb sie bei ihm – trotz der Gefahren: "Ich hätte meinen Vater nie verlassen. Er starb im Juli 1938 eines natürlichen Todes." Und dann erst floh sie mit ihrem Mann.

Besetzung

Rolle Schauspieler Synchronsprecher
Maria Altmann Helen Mirren Kerstin Sanders-Dornseif
Randol Schoenberg Ryan Reynolds Dennis Schmidt-Foß
Hubertus Czernin Daniel Brühl Daniel Brühl
Pam Katie Holmes Dascha Lehmann
Maria Altmann (jung) Tatiana Maslany Jacqueline Belle
Fritz Max Irons Patrick Roche
Sherman Charles Dance Leon Rainer
Adele Bloch-Bauer Antje Traue Antje Traue
Richterin Florence-Marie Cooper Elizabeth McGovern Nina Herting
Barbara Schoenberg Frances Fisher Liane Rudolph
Heinrich Tom Schilling Tom Schilling
Gustav Bloch-Bauer Allan Corduner Michael Hanemann
Ferdinand Bloch-Bauer Henry Goodman Bodo Wolf
Therese Bloch-Bauer Nina Kunzendorf Nina Kunzendorf
Dreimann Justus von Dohnányi Justus von Dohnányi
Elisabeth Gehrer Olivia Silhavy Olivia Silhavy
Ronald Lauder Ben Miles Oliver Siebeck
Gustav Klimt Moritz Bleibtreu Moritz Bleibtreu
Anna Cornelia Ivancan Nicole Hannak
Dr. Bernhard Köhler Alexander E. Fennon Frank Muth
Franks Harry Ditson Rüdiger Evers
Gerichtsangestellter John Guerrasio Stefan Krause
Oberster Bundesrichter Jonathan Pryce Lutz Riedel
Restitutionszeuge Gideon Singer Friedhelm Ptok
Restitutionszeugin Dagmar Schwarz Kornelia Boje
Stan Gould Rolf Saxon Helmut Gauß

Hintergrund

Die Gemälde waren vom NS-Regime beschlagnahmt und der Familie nach 1945 von der Republik Österreich nicht zurückgestellt worden. Der Film greift über hundert Jahre bis zu Gustav Klimt zurück, blendet Maria Altmanns Geschichte ein, insbesondere die Tage des Einmarsches der Wehrmacht in Österreich 1938, schildert aber vor allem Maria Altmanns mehrjährigen Kampf um fünf Klimt-Werke um das Jahr 2000 und danach und die unrühmliche Haltung, die das offizielle Österreich damals als Nutznießer des NS-Kunstraubs auf Veranlassung von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer gegenüber Maria Altmann und ihren Miteigentümern einnahm. Dem Unterrichtsministerium untersteht die Österreichische Galerie Belvedere, in der die „goldene Adele“ fast sechzig Jahre lang als eine der Hauptattraktionen zu sehen war.

Bei ihrem Kampf wurde Altmann, wie der Film zeigt, vom jungen und anfangs noch naiven US-amerikanischen Anwalt E. Randol Schoenberg, Enkel des Wiener Komponisten Arnold Schönberg, unterstützt. Der Film behauptet, sein anfängliches Interesse an einem guten Honorar sei in der Folge dem grundsätzlichen Bedürfnis gewichen, das Unrecht, das Familie Bloch-Bauer erlitten hatte, wiedergutzumachen. Kronsteiner zufolge erhielt Schoenberg aber ein sehr beträchtliches Honorar. Sie zitierte das Magazin Princeton Alumni Weekend, dem zufolge Schoenberg 40 Prozent des Verkaufserlöses der insgesamt fünf Gemälde erhalten habe.

Der im Film von Daniel Brühl dargestellte österreichische Publizist Hubertus Czernin hatte, wie Kronsteiner schrieb, die für Altmann relevanten Dokumente gefunden und die Erben über ihre Rechte informiert. Seine tatsächliche Bedeutung für den Fall wurde Kronsteiner zufolge im Film zugunsten der Rolle des Anwalts Schoenberg reduziert.

Die Frau in Gold wurde inspiriert von Stealing Klimt, einem 2007 entstandenen, 86-minütigen Dokumentarfilm, und von E. Randol Schoenberg, Hubertus Czernin und vielen Anderen.

Maria Altmann erlebte 2006 noch die Rückgabe der Bilder und starb 2011 im Alter von 94 Jahren.

Kritik

Der Film erhielt gemischte Kritiken. Bei Rotten Tomatoes sind 53 % der Kritiken positiv bei insgesamt 100 Kritiken; die durchschnittliche Bewertung beträgt 5,8/10. Im Kritikerkonsens heißt es: „Woman in Gold lebt von seinen talentierten Hauptdarstellern, aber die starke Darstellung von Helen Mirren und Ryan Reynolds genügt nicht, um die enttäuschende Story auszugleichen.

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