Moviepedia Wiki
Winners.jpg


Wochenlang haben wir uns drauf gefreut und jetzt ist die Oscar-Verleihung auch schon wieder vorbei. Gestern wurden in Los Angeles die wichtiges Hollywood-Trophäen des Jahres vergeben. Moderator Seth MacFarlane führte durch einen unterhaltsamen Abend, der ein paar mehr Überraschungen hätte vertragen können.

So vielversprechend ging selten eine Oscar-Verleihung los: Seth MacFarlane unterhielt sich mit William Shatner,

Seth.jpg

der aus der Zukunft zugeschaltet wurde, über die schlechten Kritiken seiner Präsentation, die noch gar nicht begonnen hatte. Dieser clevere Kniff bot eine gute Grundlage, um sich ein paar lustige Frechheiten zu erlauben: Manche waren charmant, wie zum Beispiel der Eröffnungssong, in dem Schauspielerinnen den Filmen zugeordet wurde, in denen ihre Brüste zu sehen waren - andere waren hart an der Grenze, wie zum Beispiel ein Scherz über Rihannas und Chris Browns "gewaltige" Liebe. Wenn auch vielleicht ein bisschen zu lang geraten, legte der Moderator insgesamt eine tolle Eröffnung der Preisverleihung hin.


Die ersten Preise waren dann leider relativ enttäuschend. Der Disney-Kurzfilm Im Flug erobert gewann den Oscar für den besten animierten Kurzfilm, gefolgt von Merida - Legende der Highlands für den besten Animationsfilm. Im Flug erobert (Original: Paperman) ist ohne Zweifel ein stilistisch einwandfrei gestalteter Film, mit liebenswerten Charakteren und angenehmen Happy End, von Originalität kann aber nicht wirklich die Rede sein. Dasselbe gilt für Merida. Wieso kann nicht mal ein mutiger und etwas unkonventionellerer Film wie Frankenweenie oder Ralph reicht's gewinnen, der nicht dass immer gleiche Disney-Klischee bedient?


Überhaupt schien die Academy dieses Jahr in vielerlei Hinsicht auf Nummer sicher gehen zu wollen. Der kontroverse Zero Dark Thirty gewann nur einen Trostpreis für den Ton-Schnitt, den er sich dann auch noch mit Skyfall teilen musste und generell gewann fast in jeder Kategorie der vermutete Favorit. Ein paar Überraschungen gab es dann aber doch: Der visuell grandiose Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger heimste mehr Trophäen ein als erwartet, während der, als sichere Bank gehandelte Lincoln, nur zwei Oscars bekam, unter anderem für Daniel Day-Lewis als besten Hauptdarsteller. Eine klare Enttäuschung für Steven Spielberg, aber ein tolles Signal an kreative und mutige Filmemacher wie Ang Lee, der auch den Preis für die beste Regie bekam.


Jennifer-Lawrence.jpg

Für mich war die größte Überraschung des Abends, dass Jennifer Lawrence (wenn auch als Favoritin gehandelt) tatsächlich als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Silver Linings ist ohne Zweifel ein toll geschriebener und emotionaler Film, der die Rolle des jährlichen Feel-Good-Movies unter den sonst Drama-dominierten Kandidaten gut ausfüllte, doch die Leistung der 23-jährigen kann man mit Performances von Emmanuelle Riva oder auch Naomi Watts meiner Meinung nach nicht vergleichen. Als sie dann aber auf dem Weg zur Bühne mit ihrem wunderschönen Kleid die Treppe hoch fiel und wie ein sterbender Schwan liegen blieb, konnte man ihr einfach nichts mehr missgönnen.


Insgesamt hatte ich seit Jahren das erste Mal wieder sehr viel Spaß beim Gucken und habe mich trotz gefühlten 100 Werbepausen, 50 Gesangseinlagen und 6 Stunden Show nur selten gelangweilt.

Was sagt ihr zur Oscar-Verleihung? Habt ihr euch die Nacht um die Ohren geschlagen? Was haltet ihr von den Preisträgern?